Konzentrationsprozess: Herausforderung und Chance

Interview

Neben Mineralwasser umfasst das Sortiment der auch sozial und gesellschaftlich sehr engagierten Mineralquellen Wüllner GmbH & Co. KG die Produktreihen Fruchthauch, Sport, Schorlen, Vitamingetränke sowie Sprudel & Brausen. Carolinen Classic, Medium mit geringem Kohlensäurezusatz, Naturelle ohne Kohlensäure sowie Limette mit einem Spritzer der Zitrusfrucht und leichter Kohlensäure sind gewissermaßen die Basisprodukte.

Natürliches Mineralwasser, kombiniert mit den Geschmacksrichtungen Apfel-Zitrone, Birne Mango, Schwarze Johannisbeere, Traube-Apfel-Sanddorn sowie Granatapfel-Acerolakirsche, sind die Trendgetränke der Sparte Fruchthauch. Genau das Richtige für aktive Menschen und Sportler ist Isosport mit vielen Mineralien, Spurenelementen, Vitaminen und Magnesium.

Erfrischende Mischgetränke aus Mineralwasser und Fruchtsaft hingegen sind Apfelschorle und Rote Schorle. Auch für Diabetiker geeignet und mit vielen Vitaminen ist die Vitalreihe mit den Sorten Vital Zitrone, Vital Orange, Vital Grapefruit, Aktiv Blutorange und Aktiv Tropic.

„Als Familienunternehmen sind wir innovativ und flexibel und haben kurze Entscheidungswege.“ Maik Ramforth-WüllnerGeschäftsführer

Erfolgreicher Fruchthauch

Eine Besonderheit im Sortiment ist Carolinen Fruchthauch mit der Geschmacksrichtung 'Traube-Apfel-Sanddorn'. "Sanddorn ist als eine besonders vitaminreiche, einheimische Pflanze bekannt und sehr gesund", weiß Maik Ramforth-Wüllner. "Das ist gut für das Image der Mineralwässer."

Überhaupt hat die Produktreihe Fruchthauch die Bekanntheit des Carolinenbrunnens noch einmal gesteigert. Außerdem ist dieser innovative Getränketrend auch für die Gastronomie interessant. Mineralquellen Wüllner bietet seine Produkte in PET- und Glasflaschen an. Knapp 90 Prozent ihres Umsatzesmacht die Gruppe mit Getränken in Mehrwegflaschen.

Frühes Engagement in Ostdeutschland

Als Bierverlag gründeten Maria und Richard Wüllner ihr Unternehmen 1925 in Bielefeld und begannen auch schnell mit dem Abfüllen eigener alkoholischer Getränke. 1961 bekam das Unternehmen die Lizenz zum Abfüllen des Kultgetränks Sinalco. 1972 wurde der Carolinenbrunnen entdeckt – früh genug, um die Boomjahre des Mineralwassers in Deutschland mitzuerleben.

Weitere Meilensteine waren die Aktivitäten im Osten Deutschlands nach der Wende 1989. Ein Getränkegroßhandel in Weißenfels wurde 1991 übernommen. Außerdem stieg Wüllner als Partner des Gänsefurther Schlossbrunnens in Sachsen-Anhalt ein. Heute gehört das Unternehmen ebenso zur Wüllner-Gruppe wie seit 2007 der Güstrower Schlossquell in Mecklenburg-Vorpommern. Alle drei Betriebe werden zentral von Bielefeld aus geführt, Technik und Produktion sind vor Ort. Die Familientradition des Unternehmens zeigt sich auch in den Führungsstrukturen.

Die Ehefrau von Geschäftsführer Maik Ramforth-Wüllner, Heike Wüllner, ist für das Marketing verantwortlich, sein Schwiegervater engagiert sich im Beirat. Die beiden externen Gesellschafter Volker Harbecke und Thomas Palloks kümmern sich um den Vertrieb sowie um Technik und Produktion. Unter den insgesamt 350 Beschäftigten sind 70 Angestellte. 2010 verkaufte Mineralquellen Wüllner rund vier Millionen Hektoliter.

Marktführer

Kunden des Unternehmens sind der Lebensmittel-Einzelhandel, Getränke-Fachgroßhändler, Kantinen, Drogeriefachmärkte und Gastronomie – jedoch keine Discounter. Der Vertrieb an den Einzelhandel erfolgt direkt, ansonsten über den Großhandel sowie die großen Zentrallager der Drogeriemärkte.

Marktführer ist Wüllner in Ostwestfalen, im südlichen Niedersachsen sowie in Sachsen-Anhalt, Nummer zwei in Mecklenburg-Vorpommern. Gemessen an der Abfüllmenge belegt das Unternehmen bundesweit den 14. Rang.

„Sehr wichtig ist uns auch die soziale Verantwortung – sowohl für unsere Mitarbeiter, wie auch für die Menschen in der Region.“ Maik Ramforth-WüllnerGeschäftsführer

Soziale Verantwortung

"Als Familienunternehmen sind wir innovativ und flexibel und haben kurze Entscheidungswege", stellt Maik Ramforth-Wüllner heraus. "Sehr wichtig ist uns auch die soziale Verantwortung – sowohl für unsere Mitarbeiter, wie auch für die Menschen in der Region."

Als großer Arbeitgeber in Ostwestfalen-Lippe ist sich das Unternehmen seiner Verantwortung bewusst und sponsert zum Beispiel das Kinderfest 'Wackelpeter'. Gemeinsam mit Mestermacher, Marten und der Warsteiner Brauerei ist Mineralquellen Wüllner außerdem Fördermitglied von 'Westfälisch genießen'. Der Verein setzt sich für die westfälische Küche ein und organisiert auch 'Pättkestouren'. Dies sind Fahrradausflüge in die heimische Umgebung. Außerdem werden der Hermannslauf und Bethel Athletics unterstützt. Bei der Ausstellung der Bundesländer in Brüssel hat Mineralquellen Wüllner die Region Ostwestfalen vertreten und dort live gekocht.

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Lieferbetrieben aus der Region. "Der Konzentrationsprozess innerhalb der Branche wird sich fortsetzen – ähnlich wie in der Bierindustrie", prophezeit Maik Ramforth-Wüllner. "Für uns ist das Herausforderung und Chance zugleich."

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