Die Universallösung für das Dokumentenmanagement

Interview mit Harald Grumser, CEO und Vorstandsvorsitzender der Compart AG

Wirtschaftsforum: Herr Grumser, bitte beschreiben Sie uns doch kurz das Tätigkeitsfeld der Compart AG.

Harald Grumser: Zunächst einmal würde ich uns als technologiegetriebenen ʻHidden Championʼ bezeichnen. Wir haben uns vom Druck-Dienstleister zum Anbieter von Softwarelösungen für die automatisierte Omnichannel-Kommunikation entwickelt. Wir kommen aus der Druckwelt und haben unseren Kunden dort zunächst beim Output-Management geholfen. Dabei liegt das Volumen bei bis zu einer Million Rechnungen pro Tag. Auch heute wird noch gedruckt, aber das Volumen sinkt. Nach wie vor geht es um das Output-Management, das jedoch komplexer wird, weil die Dokumente anders verarbeitet werden. Zusammen mit den Prozessen hat sich auch die IT verändert. Hier möchte ich nur die immer beliebteren Cloudlösungen erwähnen.

Wirtschaftsforum: Sie sind seit fast drei Jahrzehnten am Markt. Wie war der Werdegang der Compart AG?

Harald Grumser: Nach unserer Gründung als Systemhaus 1992 haben wir zunächst Auftragsarbeiten für unsere Kunden übernommen. In diesen Projekten haben wir uns zum Beispiel mit der Imageverarbeitung und dem Scannen befasst. So entstanden schon früh Projekte. Die ersten acht Jahre würde ich als Gründungsphase bezeichnen. Im Jahr 2000, als alle immer mehr nach IT gerufen haben, gründeten wir Compart 2.0. Damals stieg unser Projektumsatz von 20 auf 80%. Bis zum Jahr 2015 haben wir uns produktseitig breiter aufgestellt, haben Tochterfirmen gegründet und sind ins Ausland gegangen. Seit dieser Expansionsphase konzentrieren wir uns auf die digitale Transformation. Heute sind wir ein typisches Softwareunternehmen, das Software entwickelt sowie weltweit vertreibt und implementiert.

Wirtschaftsforum: Wie ist Ihr Unternehmen heute aufgestellt?

Harald Grumser: Aktuell beschäftigen wir 170 Mitarbeiter mit 25 Nationalitäten. Unser Jahresumsatz liegt bei knapp 20 Millionen EUR. Davon erzielen wir rund die Hälfte außerhalb von Deutschland. Wir sind in 50 Ländern aktiv. Unsere wichtigsten Märkte sind die USA, Frankreich, Spanien und Großbritannien.

Wirtschaftsforum: Lassen Sie uns nun etwas näher auf die Produkte eingehen. Was bieten Sie Ihren Kunden?

Harald Grumser: Unsere Produktfamilie trägt den Namen DocBridge und umfasst zehn verschiedene Produkte mit diversen Tools und Funktionalitäten. Bei DocBridge handelt es sich um eine Plattform, in die sich unterschiedliche Funktionen wie Customer Communication Management, automatisierte Dokumentenprüfung, die Erstellung von Dokumenten, Auditing und Monitoring sowie Output- und Dokumentenmanagement, digitaler Posteingang und Portooptimierung einklinken lassen. Grundsätzlich werden wir immer stärker in die Workflows unserer Kunden integriert. Dabei helfen wir ihnen, Prozesse aufzubauen und zu optimieren. Wir setzen auf offene Standards und keine markengebundenen Lösungen. Ob XML, CSS oder HTML: alle Produkte sind zum offenen Standard umgebaut. So schaffen wir kein Customer-Log-in und die Schnittstellen sind immer klar.

Wirtschaftsforum: Was zeichnet Compart besonders aus?

Harald Grumser: Wir bieten einfach eine gute Software, die wir seit 29 Jahren entwickeln. Unsere Kernkompetenz haben wir über die Jahre weiterentwickelt. Mit uns können die Kunden Best-of-Breed-Lösungen zusammenstecken, weil wir offene Standards haben. Zu unseren Stärken gehört außerdem, dass wir ein werteorientiertes Unternehmen sind. Wir haben unsere Werte klar festgelegt und aufgeschrieben. Diese Werte sind Integrität und Verlässlichkeit, Verantwortung und Ergebnisse, Innovation sowie Vertrauen und Respekt. Wir sind ein Partner auf Augenhöhe.

Wirtschaftsforum: Wer sind Ihre Kunden?

Harald Grumser: Die Versicherungsbranche ist am wichtigsten. Außerdem gibt es fast keine Großbank in Deutschland, die nicht unsere Software hat. Die Telekommunikationsbranche, zum Beispiel Swisscom, stellt gerade das komplette Output-Geschäft auf Compart um. Das ist ein echtes Leuchtturmprojekt für uns. Weitere Zielgruppen sind Energieversorger sowie die öffentliche Verwaltung, wie etwa die US-amerikanische Bundessteuerbehörde.

Wirtschaftsforum: Wo sehen Sie Compart in der Zukunft?

Harald Grumser: Es geht in Richtung Interaktivität. Dafür müssen wir Entwicklungskapazitäten umplanen. Zudem möchten wir unser Wachstum weiter beschleunigen. Das geht nur mit neuen Produkten. Wir möchten uns auch noch stärker auf die Digitalisierung konzentrieren und verstärkt ʻSoftware as a Serviceʼ anbieten, statt sie zu verkaufen.

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