Das Banking der Zukunft gestalten

Interview mit Almir Marghella, Geschäftsführer DIGITERRA, powered by Crealogix

Wirtschaftsforum: Herr Marghella, Sie sind seit vielen Jahren in der Softwarebranche tätig. Was hat Sie damals an CREALOGIX besonders gereizt?

Almir Marghella: CREALOGIX war in der Schweiz schon sehr früh ein Synonym für digitales Banking. Wer vor Jahren Internetbanking genutzt hat, kam an unseren Lösungen kaum vorbei. Das Unternehmen stand immer für technologische Innovation und digitale Transformation.

Wirtschaftsforum: CREALOGIX blickt mittlerweile auf rund 30 Jahre Unternehmensgeschichte zurück. Wie hat sich das Unternehmen entwickelt?

Almir Marghella: Wir haben uns im Banking-Software-Umfeld Schritt für Schritt weiterentwickelt. Anfangs lag der Fokus auf einzelnen Softwarelösungen, später kamen durch Akquisitionen weitere Technologien hinzu – etwa Wealth Management-Lösungen in England, E-Banking-Frameworks in Spanien oder Digitalisierungslösungen für Sparkassen in Deutschland. Über die Jahre wurde das Thema E-Banking immer wichtiger. Heute unterstützen wir Banken dabei, ihre digitalen Angebote flexibel weiterzuentwickeln und moderne Kundenerlebnisse zu schaffen.

Wirtschaftsforum: Was unterscheidet CREALOGIX heute von anderen Anbietern im Markt?

Almir Marghella: Unsere größte Stärke ist die hohe Flexibilität. Banken verfügen häufig über sehr komplexe und über Jahre gewachsene IT-Landschaften. Wir setzen auf den bestehenden Kernbankensystemen auf und ergänzen sie um moderne digitale Frontends, mobile Anwendungen und Kundenschnittstellen. So können Banken ihre digitalen Angebote weiterentwickeln, ohne ihre bestehende Infrastruktur vollständig ersetzen zu müssen. Genau diese Fähigkeit zur Integration unterschiedlichster Systeme macht uns besonders stark.

Wirtschaftsforum: Welche Herausforderungen prägen den Markt aktuell besonders?

Almir Marghella: Die gesamte Bankenwelt befindet sich permanent im Umbruch. Vor allem das Kundenverhalten verändert sich massiv. Neue Anbieter wie Revolut setzen die klassischen Banken unter Druck, weil sie sehr intuitive und einfache digitale Services anbieten. Der Innovationsdruck kommt heute nicht mehr primär von den Banken selbst, sondern von den Kunden.
KI wird das Banking grundlegend verändern. Die Art, wie Menschen Bankdienstleistungen konsumieren, wird sich komplett wandeln. In Zukunft wird niemand mehr zehnmal durch eine App klicken wollen, um den Kontostand zu prüfen. Stattdessen wird man per Spracheingabe fragen: „Wie ist mein Kontostand?“ oder „Ist mein Gehalt eingegangen?“ Genau auf diese Entwicklung bereiten wir uns vor.

Wirtschaftsforum: Wie reagieren Sie technologisch auf diese Veränderungen?

Almir Marghella: Wir setzen auf eine sogenannte Backend-for-Frontend-Architektur. Sie bildet eine flexible Verbindungsschicht zwischen den digitalen Kanälen einer Bank und ihren bestehenden Systemen. Darüber lassen sich neue Services gezielt orches­trieren und deutlich einfacher in Mobile Banking oder Web-Anwendungen integrieren. Das gibt ihnen enorme Innovationsfreiheit.

Wirtschaftsforum: Was bedeutet das konkret für Banken?

Almir Marghella: Banken können beispielsweise sehr schnell neue Angebote wie Microloans oder KI-gestützte Beratungsfunktionen integrieren. Gleichzeitig behalten sie die volle Kontrolle über ihre digitale Customer Experience. Das ist ein entscheidender Unterschied zu vielen klassischen Kernbanksystemen, die eher auf starre Strukturen ausgelegt sind.

Wirtschaftsforum: Sie sprechen auch von Live mit AI. Was steckt dahinter?

Almir Marghella: Wir haben KI bereits produktiv integriert. Banken können heute schon Voice Banking oder generative KI für Beratungsprozesse einsetzen. Wir reden also nicht mehr über Zukunftsvisionen, sondern über reale Anwendungen, die bereits bei Kunden im Einsatz sind.

Wirtschaftsforum: CREALOGIX wurde kürzlich von Vencora übernommen. Welche Auswirkungen hat das auf das Unternehmen?

Almir Marghella: Vencora hat uns geholfen, unsere Marktsegmente noch klarer zu fokussieren. Früher war CREALOGIX sehr breit aufgestellt. Heute arbeiten wir in spezialisierten Geschäftseinheiten mit klar definierten Zielmärkten. Dadurch investieren wir gezielter in Innovationen und können unsere Kunden deutlich fokussierter betreuen.

Wirtschaftsforum: Welche Ziele verfolgen Sie für die kommenden Jahre?

Almir Marghella: Unser Fokus liegt klar auf der Weiterentwicklung flexibler digitaler Banking-Plattformen und KI-basierter Services. Unsere innovativen Digital Banking-Lösungen bündeln wir künftig unter der Marke DIGITERRA. Damit unterstützen wir Banken dabei, neue Services schnell zu integrieren, flexibel weiterzuentwickeln und gezielt auf die Bedürfnisse ihrer Kunden zuzuschneiden.

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