Im Einklang mit der Natur

Interview mit Christian Huf, Geschäftsführender Gesellschafter der HUF HAUS GmbH & Co. KG

Wirtschaftsforum: Herr Huf, HUF HAUS kann mit Stolz auf mehr als 100 Jahre Firmengeschichte zurückblicken.

Christian Huf: Das ist richtig. Mein Urgroßvater hat 1912 mit einem Sägewerk den Grundstein für die HUF-Firmengruppe gelegt, und 2022 werden wir 110 Jahre alt. Wir haben aus der Historie immer mit dem Produkt Holz zu tun gehabt. Die ersten Fertighäuser mit Holzverschalung wurden in den 1960er-Jahren hergestellt. In den 1970er-Jahren entstand in Zusammenarbeit von Franz Huf und dem Architekten Manfred Adams die Grundlage für unser heutiges Hausdesign: die lichtdurchflutete Architektur des HUF-Fachwerkhauses. Mit wachsendem Erfolg konnte mein Großvater erste Verbindungen ins Ausland und sogar in die USA knüpfen. Mein Onkel und mein Vater setzten die Internationalisierung fort und trieben die Entwicklung der HUF-Gruppe weiter vo-ran. Mit mehr als 400 Mitarbeitern bewältigen wir heute europaweit etwa 80 Projekte pro Jahr und erzielen einen Umsatz von 80 Millionen EUR.

Wirtschaftsforum: Herr Huf, Sie vertreten als Geschäftsführender Gesellschafter die vierte Familiengeneration.

Christian Huf: Ich bin am Standort Hartenfels im Dorf groß geworden und habe in den Ferien im Betrieb gearbeitet. Dennoch war es nicht selbstverständlich, dass ich die Nachfolge antreten würde. Es sind so viele Faktoren, die passen müssen. Ich sehe meine Aufgabe darin, HUF HAUS gemeinsam mit meinem Cousin Benedikt in die fünfte Generation zu bringen. Meine Tochter Antonia wurde letztes Jahr geboren. Ich selbst darf mich glücklich schätzen, wie ich erzogen und an die Berufswelt herangeführt wurde.

Wirtschaftsforum: Was zeichnet das Angebot von HUF HAUS aus?

Christian Huf: Die HUF-Firmengruppe bietet viel mehr als ein Haus. Sie deckt sämtliche Bereiche ab, von der Bodenplatte bis hin zur Gartenplanung und intelligenten Einpassung des Hauses in die natürliche Umgebung. Wir haben sogar eine eigene Möbelmanufaktur für Küchen und Einbaumöbel. Der Bauherr bekommt mit HUF alle Gewerke rund ums Haus zur Verfügung gestellt. Das macht uns im Markt einzigartig, sogar europaweit. Nicht zuletzt deswegen sind wir sehr stark international vertreten, besonders in Großbritannien, den Beneluxländern, der Schweiz und Österreich.

Wirtschaftsforum: Sie haben das besondere HUF-Design angesprochen.

Christian Huf: Mit dem HUF-Design ist es gelungen, eine Architektur mit solch klarer Formsprache zu schaffen, dass sie noch heute unser Credo ist. Dabei erstellen wir moderne, individuell geplante Architektenhäuser in Fachwerkbauweise mit allen Vorteilen des Fertigbaus. Zudem bieten wir Planungssicherheit und Festpreise. Der Anspruch an unsere Architekten ist, dass jedes von uns produzierte Haus das HUF-Haus erkennen lässt.

Wirtschaftsforum: Sie sprechen sogar vom ʻHUF HAUS-Feelingʼ?

Christian Huf: Ja, tatsächlich, das ist etwas ganz Besonderes. Wir haben eine sehr offene Wohnkultur im Innern des Hauses, die das Leben im Einklang mit der Natur ermöglicht. Das Raumkonzept insgesamt ist offen und die Grenzen fließend, von der offenen Küche über die bodentiefe Konstruktion integrierter Verglasung sowie die Galerie bis hin zum Dachgeschoss. Wir favorisieren große Dachüberstände, die als Witterungsschutz dienen. Die Jalousiebeschattung reicht bis in die Giebelspitze, und die hochwertige Dreifachverglasung bietet eine optimale Isolierung. Wir erreichen viel mehr von innen nach außen als von außen nach innen.

Wirtschaftsforum: Bedient HUF HAUS aktuelle Trends und Themen?

Christian Huf: Ökologie und Nachhaltigkeit sind schon immer Grundlage unseres Handelns gewesen. Nicht nur unser Logo, sondern auch unser ʻBlutʼ ist grün. Ähnlich verhält es sich mit dem aktuell beliebten ʻTiny Houseʼ. Wir haben schon immer Gästehäuser, Poolhäuser und ähnliche Gebäude realisiert. So besetzen wir jetzt auch diesen Begriff. Natürlich können wir auch individuelle Bürogebäude, Objektbauten und Mehrfamilienhäuser auf internationaler Bühne schlüsselfertig realisieren. Diese Bereiche möchten wir mittelfristig immer mehr ausbauen und unser Portfolio erweitern. Wir bleiben aber in unserer Nische, das HUF HAUS muss erkennbar bleiben. 

Wirtschaftsforum: Man kann also sagen HUF HAUS setzt auf Kontinuität?

Christian Huf: Das entspricht unserem Selbstverständnis. Ein HUF Haus ist ein Haus fürs Leben. Wir haben eine ganze Abteilung, die sich um Bestandskunden kümmert, das heißt wir bieten Renovierungen und Modernisierungen, aber auch Anbauten und Erweiterungen an. Auch die Installation nachträglicher PV-Anlagen begleiten wir mit Rat und Tat bis zur Realisierung. Die hohen Materialpreise und die mangelnde Verfügbarkeit stellen uns gerade vor eine schwierige Aufgabe. Der Fachkräftemangel entwickelt sich zu einer weiteren Herausforderung, die wir in Zukunft meistern müssen. Unser Ziel ist, die Firma so fortzuführen, wie sie von unseren Vorfahren gegründet wurde, um ihre Tugenden und Grundwerte zu erhalten. So wird auch die neue Generation das Unternehmen zu wahren wissen. 

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