Neu aufgestellt in die Zukunft

Interview mit Dr. Werner Boysen, Geschäftsführer und Udo Meining, Key Account Manager der Carl Stahl GmbH & Co. KG

Der studierte Maschinenbauingenieur und promovierte Betriebswirtschaftler Dr. Werner Boysen, Unternehmensberater mit Fokus auf Restrukturierung und langfristiger Stabilisierung von Unternehmen, fungiert seit Anfang 2024 als Interimsgeschäftsführer der Carl Stahl GmbH & Co. KG. „Bis letztes Jahr stellte Carl Stahl zu 90% Sicherheitsgurte für Tier-1-Zulieferer der Automobilindustrie her. Von dieser fast ausschließlichen Fokussierung auf Automotive wollten wir weg“, erzählt er. „Deshalb habe ich im Januar dieses Jahres Udo Meining ins Unternehmen geholt, der sich in der Textilbranche sehr gut auskennt. Mit ihm und einer weiteren Mitarbeiterin haben wir begonnen, einen Stamm Non-Automotive-Produkte aufzubauen.“ Bevor er zu Carl Stahl kam, war Udo Meining Geschäftsführer und Marketingverantwortlicher bei einem Hersteller technischer Textilien und davor Vice President eines US-Textilunternehmens. „Mit Carl Stahl werden wir neue Wege beschreiten“, ist er sicher. „Wir möchten zunehmend auch B2C-Produkte entwickeln und haben dazu bereits mehrere Projekte mit der Textiluniversität Albstadt gestartet, zum Beispiel die Herstellung von Taschen und Handtaschen aus Material, das wir aus dem Recycling unserer Produktionsabfälle gewinnen. Ein weiteres Projekt ist ein Hängesystem für Balkongeländer und -kästen, das zur Begrünung von Städten beitragen soll. Weitere Projekte sind in der Pipeline.“ Eine große Stärke von Carl Stahl sieht der Vertriebsfachmann in den Menschen, die für das Unternehmen arbeiten: „Hier sind so viele professionelle, innovativ denkende Mitarbeiter tätig“, sagt Udo Meining und Werner Boysen ergänzt: „Sehr viele gute Ideen kommen aus der Belegschaft. Das ist eine weitere Stärke von Carl Stahl, zu der noch die unschlagbare Qualität unserer Produkte, unsere Lieferzuverlässigkeit und ausgezeichnete Zusammenarbeit mit den Kunden hinzukommen.“ 

Im Gespräch mit den Kunden

Mittelfristig wird es wichtig sein, den Output zu steigern und die Produktion durch Digitalisierung und Automatisierung effektiver zu gestalten, weiß Udo Meining. Notwendig sei auch, wieder mehr Präsenz auf Messen zu zeigen. So ist Carl Stahl auf der R+T in Stuttgart und der TechTextil in Frankfurt mit einem Stand vor Ort gewesen und mit den Kunden ins Gespräch gekommen. „Wir streben einen guten Kundenmix an“, so Werner Boysen. „Ideal wären zukünftig 50% Automotive und 50% Non-Automotive, mit Branchen wie dem Maschinenbau, wo Bänder herkömmliche Ketten ersetzen können. Weitere Produkte sind komplette Gurtsysteme im Bereich Warenabsicherung und Transport, etwa bei Lastenfahrrädern, Sicherheitsgurtsysteme für Achterbahnen, Gurtsysteme für Notfalleinsätze, Befestigungen für Airbags und Rolladengurte – hier decken wir bereits 40% des Bedarfs in Deutschland ab.“ Für die Zukunft möchten Werner Boysen und Udo Meining sowohl Weiterentwicklung und Modernisierung als auch profitables Wachstum erreichen. „Es gibt immer Möglichkeiten, ein Unternehmen erfolgreich zu transformieren“, schließt Werner Boysen.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern
„Wir sind klein genug, um zuzuhören – und präzise genug, um zu liefern“

Interview mit Viktoria Steiner, Geschäftsführerin der raro plastics GmbH

„Wir sind klein genug, um zuzuhören – und präzise genug, um zu liefern“

Die raro plastics GmbH steht für Präzision, Flexibilität und gewachsene Kompetenz in der Kunststoffverarbeitung. Geschäftsführerin Viktoria Steiner führt das Unternehmen mit hohem technischem Verständnis und klarem Blick für Kundenbedürfnisse. Im…

„Man muss ehrlich sein – das zahlt sich am Ende aus“

Interview mit Reinhard Decker, Geschäftsführer der Decker Containerbau GmbH & Co.

„Man muss ehrlich sein – das zahlt sich am Ende aus“

Wer mit Reinhard Decker spricht, merkt schnell: Hier redet keiner aus dem Lehrbuch. Decker kommt aus der Praxis – aus Werkstatt, Baustelle und Familienbetrieb. Heute entwickelt sein Unternehmen Containerlösungen für…

Mehr Komfort und Sicherheit in der Bahn

Interview mit Roberto Taccucci, Sales Director der TSL-ESCHA GmbH

Mehr Komfort und Sicherheit in der Bahn

Die TSL-ESCHA GmbH hat sich auf die Entwicklung und Herstellung von Tastern, Warnmeldern und Signalleuchten in der Bahntechnik spezialisiert und kann als Teil des französischen MAFELEC TEAM inzwischen noch auf…

„Wir sprechen IT“ – und leben es.

Interview mit Volker Lehnert, Geschäftsführer der c-entron Software GmbH

„Wir sprechen IT“ – und leben es.

ERP-Software für Systemhäuser – spezialisiert und ganz nah am Kunden: Die c-entron Software GmbH aus Ulm zählt seit Jahren zu den führenden Anbietern in ihrer Nische. Im Gespräch mit Geschäftsführer…

Sehen, was sonst verborgen bleibt

Interview mit Dr. René Heine Geschäftsführer der Cubert GmbH

Sehen, was sonst verborgen bleibt

Chlorophyllgehalt in Pflanzen messen, Hämoglobinfluss verfolgen oder Kontaminationen erkennen – die Ulmer Firma Cubert macht mit hyperspektraler Bildgebung das Unsichtbare sichtbar. Ihre Spezialkameras führen komplette chemische Analysen in Echtzeit durch,…

Warum seltene Krankheiten Tempo brauchen

Interview mit Dr. Michael Kickuth, Geschäftsführer DACH der Recordati Rare Diseases Germany GmbH

Warum seltene Krankheiten Tempo brauchen

Seltene Erkrankungen gelten als Nischen – medizinisch komplex, wirtschaftlich herausfordernd, politisch unterbelichtet. Doch gerade hier entscheidet Tempo über Lebensqualität. Die Recordati Rare Diseases Germany GmbH positioniert sich bewusst jenseits klassischer…

Mit Fleiß und Einsatz zum Franchise-Erfolg!

Interview mit Thomas Wilde, Geschäftsführer der Call a Pizza Franchise GmbH

Mit Fleiß und Einsatz zum Franchise-Erfolg!

Call a Pizza hat als Pizzalieferdienst Pionierarbeit im deutschen Takeaway-Markt geleistet. Heute setzt das Unternehmen auf ein starkes Franchisesystem, wobei den einzelnen Franchisenehmern viele Freiheiten bleiben – auch wenn Geschäftsführer…

Vision trifft Automation

Interview mit Roland Jenning, Geschäftsführer der inos Automationssoftware GmbH

Vision trifft Automation

In der industriellen Automatisierung steigen die Anforderungen an Effizienz, Präzision und Qualität kontinuierlich. Produkte müssen nicht nur schnell, sondern auch fehlerfrei und reproduzierbar gefertigt werden. Vor diesem Hintergrund gewinnen innovative…

Das Banking der Zukunft gestalten

Interview mit Almir Marghella, Geschäftsführer DIGITERRA, powered by Crealogix

Das Banking der Zukunft gestalten

Die Bankenwelt steht unter enormem Veränderungsdruck. Neue digitale Anbieter, steigende regulatorische Anforderungen und der rasante Fortschritt im Bereich künstliche Intelligenz verändern die Erwartungen der Kunden grundlegend. Die Schweizer CREALOGIX AG…

TOP