Intelligente Sensoren: Der Schlüssel zur Effizienz in der Industrie

Interview mit Dirk Möller, Vice President der Produktgruppe Sensoren der Hottinger Brüel & Kjær A/S

Wirtschaftsforum: Herr Möller, wo liegen die Wurzeln von Hottinger Brüel & Kjær A/S?

Dirk Möller: Die Geschichte von Hottinger Brüel & Kjær A/S reicht bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts zurück. Die Ursprünge von HBM (Hottinger Baldwin Messtechnik) liegen in der Gründung des Unternehmens im Jahr 1950 in Deutschland. HBM war bekannt für seine innovativen Lösungen in der Wägetechnik und der Prüfmesstechnik. Brüel & Kjær, gegründet 1942 in Dänemark, entwickelte sich ebenfalls zu einem führenden Anbieter von akustischen Messlösungen und Schwingungsmesstechnik. Beide Unternehmen waren in ihren jeweiligen Bereichen Pioniere und setzten immer wieder neue Maßstäbe. 

Wirtschaftsforum: Wie hat sich HBK in den letzten Jahren entwickelt?

Dirk Möller: Der größte Meilenstein für uns war sicherlich die Fusion von HBM und Brüel & Kjær im Jahr 2019. Diese Fusion hat es uns ermöglicht, ähnliche Märkte zu bedienen und ein umfassenderes Produktportfolio anzubieten. Wir haben uns auch anorganisch erweitert, zuletzt durch die Akquisition eines Unternehmens in Österreich, das über einzigartige Technologien im Bereich Hochtemperatursensorik verfügt.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielen Innovationen in der Produktentwicklung von HBK?

Dirk Möller: Innovation bildet das Herzstück unseres Geschäfts. Wir haben seit unserer Fusion in neue Technologien investiert, um die die Felder physikalische Messtechnik und digitale Lösungen zu verbinden. Unser Ziel ist es, Entwicklungszeiten zu verkürzen und die Effizienz unserer Kunden zu steigern. Wir ermöglichen es unseren Kunden, weniger physische Prototypen zu bauen zu müssen und stattdessen auf Simulationen zurückgreifen zu können, was sowohl Zeit als auch Kosten spart.

Wirtschaftsforum: Wie reagiert HBK auf die Herausforderungen der Digitalisierung?

Dirk Möller: Die Digitalisierung ist ein zentraler Bestandteil unserer Strategie. Wir wollen die Daten, die durch unsere Sensoren erfasst werden, nicht nur sammeln, sondern auch intelligent auswerten. Unsere ‘Smart Sensors’ sind ein Beispiel dafür, wie wir die Datenverarbeitung direkt in die Sensoren integrieren, um sofortige Ergebnisse zu liefern. Das hilft unseren Kunden, Prozesse zu optimieren und schneller auf Marktveränderungen zu reagieren.

Wirtschaftsforum: Was sind Ihre Haupttätigkeitsfelder?

Dirk Möller: Unsere Haupttätigkeitsfelder erstrecken sich über mehrere Schlüsselindustrien, in denen präzise Mess- und Prüftechnologien von entscheidender Bedeutung sind. Zu den wichtigsten Branchen, die wir mit unseren innovativen Lösungen bedienen, gehören die Automobilindustrie, die Luft- und Raumfahrt, der Maschinenbau, die Energieerzeugung, die Fabrikautomation sowie die Wägetechnik. Dank unserer breiten Palette an Anwendungen können wir maßgeschneiderte Lösungen anbieten.

Wirtschaftsforum: Welche Märkte sind für HBK besonders wichtig?

Dirk Möller: Historisch gesehen sind wir stark in Europa, insbesondere in Deutschland. In den letzten Jahrzehnten haben wir jedoch auch in Märkte wie China und die USA expandiert. Angesichts der geopolitischen Situation haben wir beschlossen, einige Produktionsstätten zurück nach Europa zu verlagern, um lokal für lokal zu produzieren. Dies stärkt unsere Position und ermöglicht es uns, flexibler auf Kundenbedürfnisse zu reagieren.

Wirtschaftsforum: Wie sieht die zukünftige Strategie von HBK aus?

Dirk Möller: Wir haben vier Megatrends identifiziert, die für uns entscheidend sind: Virtualisierung, Digitalisierung, Elektrifizierung und Automatisierung. Diese Trends helfen uns, unseren Kunden Lösungen anzubieten, die sie effizienter und wettbewerbsfähiger machen. Insbesondere die Virtualisierung spielt eine wichtige Rolle: Wir verbinden physische Tests und Virtualisierung, um realistische Simulationen und Trainingsumgebungen zu schaffen. Egal ob in der Automobilindustrie oder im Schiffbau – unsere Technologien unterstützen eine Vielzahl von Anwendungen.

Wirtschaftsforum: Was sind die Herausforderungen, denen sich HBK gegenübersieht?

Dirk Möller: Eine der größten Herausforderungen ist die Agilität. Kleinere, spezialisierte Unternehmen können oft schneller auf Veränderungen reagieren. Wir müssen sicherstellen, dass wir trotz unserer Größe flexibel bleiben und innovative Lösungen anbieten können. Das ist eine ständige Balance zwischen Stabilität und Anpassungsfähigkeit.

Wirtschaftsforum: Abschließend, was motiviert Sie persönlich in Ihrer Arbeit bei HBK?

Dirk Möller: Es ist die Möglichkeit, echte Probleme zu lösen und den Kunden zu helfen, ihre Ziele zu erreichen. Ich liebe es, die Technologie mit geschäftlichen Chancen zu verbinden und zu sehen, wie unsere Lösungen den Entwicklungsprozess unserer Kunden verbessern. Es ist diese Verbindung zwischen Technik und Geschäft, die mich antreibt.

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