„Wir sorgen für Innovation in der Desinfektion“

Interview mit Caroline Ihle, Geschäftsführerin der Kimetec GmbH

Wirtschaftsforum: Frau Ihle, das Produktspektrum der Kimetec GmbH fußt auf zwei Säulen, mit denen Sie bis 2022 sogar unter verschiedenen Firmennamen aufgetreten sind. Was gab damals den Anstoß zur Fusionierung unter einem Unternehmensdach?

Caroline Ihle: Bis heute engagieren wir uns im Grunde genommen mit zwei relativ unabhängigen Produktlinien im Markt: Zum einen produzieren und vertreiben wir unter dem Namen mamivac® verschiedene Stillhilfen wie Muttermilchpumpen, sterile und unsterile Stillhütchen sowie Pflegeartikel rund um die Bedürfnisse der jungen Mutter und ihres Neugeborenen. Darüber hinaus bieten wir Medizinprodukte für professionelle Anwender im Praxis- und Klinikumfeld wie Venenstauer zur Blutabnahme, Leuchten zur Diagnostik im Augenbereich und Rachenraum, Reflexhammer sowie Ein- und Mehrwegprodukte verschiedenster Art an. Die Zusammenführung dieser beiden Aktivitäten in der Kimetec GmbH erfolgte insbesondere als Ausfluss der umfassenden regulatorischen Hürden, mit denen wir als Hersteller von Medizinprodukten konfrontiert sind. Denn die Zulassungsverfahren in den einzelnen Märkten gestalten sich oftmals aufwendig, langwierig und kostspielig, was wir nun als einzelnes Unternehmen schlicht wirtschaftlicher abbilden können.

Wirtschaftsforum: Welche Märkte stehen im Fokus Ihrer Aufmerksamkeit – und wie wichtig ist in diesem Kontext Ihr Qualitätsversprechen ‘Made in Germany’?

Caroline Ihle: Neben dem europäischen Markt können wir schon seit langer Zeit anhaltende Erfolge in den USA und im arabischen Raum sowie in Ländern wie Japan und Australien feiern, die den Import unserer Produkte bereitwillig zulassen. Hinter unserem Fertigungsansatz ‘Made in Germany’ verbergen sich derweil nicht nur unsere unverrückbaren Qualitätsansprüche, sondern auch zahlreiche Vorteile, die sich aus den nahen Lieferketten und entsprechend gut kontrollierbaren Fertigungsprozessen ergeben. Dank der geographischen Nähe zu unseren Lieferanten können wir etwa im Rahmen der ISO 13485 die Einhaltung sämtlicher Anforderungen in der gesamten Wertschöpfungskette bis zu unserem Werk in Ditzingen problemlos nachweisen und ggf. auch auf kleinste Abweichungen schnell reagieren – würden wir stattdessen im asiatischen Raum produzieren lassen, wäre uns dies wohl kaum möglich.

Wirtschaftsforum: Welche Produktinnovationen stehen derzeit im Zentrum der Aufmerksamkeit von Kimetec?

Caroline Ihle: Unser CBC PlasmaEgg®, das durch kaltes atmosphärisches Plasma eine Inaktivierung von Bakterien, Pilzen und Viren herbeiführt, stellt den Anwenderinnen sicherlich eine ganz neuartige Lösung für zahlreiche Problemstellungen zur Verfügung, auch wenn sich die Anwendungsfelder wegen der langwierigen Zulassungsverfahren für Medizinprodukte noch auf Alltagsgegenstände, Spielzeug und persönliche Schutzausrüstung beschränken müssen. Schon jetzt ist es uns mit diesem Produkt jedoch gelungen, gerade in besonders sensiblen Umgebungen einen echten Mehrwert zu schaffen – das fiel uns insbesondere bei unserer Zusammenarbeit mit Vereinen für Frühgeborene auf.

Wirtschaftsforum: Was konnte das CBC PlasmaEgg® dort leisten?

Caroline Ihle: Frühgeborene werden in Inkubatoren oftmals über Sonden mit Nahrung bzw. über Schläuche mit Sauerstoff versorgt – das kann zu Problemen führen, wenn sich ihr Greifreflex bemerkbar macht und sie sich dann an diesen Schläuchen festhalten. Um dem vorzubeugen, spenden einige Organisationen gehäkelte Kraken an Neugeborenenstationen, an denen sich die Säuglinge bequem festhalten können, anstatt an ihren Schläuchen zu ziehen – was jedoch bisweilen ein neues Problem schafft, da sich diese Stofftiere eigentlich nur schlecht desinfizieren lassen, während frühgeborene Babys ohnehin besonders anfällig für Krankheitserreger sind. Genau für dieses Problem wird inzwischen unser CBC PlasmaEgg® eingesetzt, das wir deshalb inzwischen auch verstärkt auf Hebammen- und Frühchen-Kongressen vorstellen. Hierin liegt jedoch nur eines von zahllosen Anwendungsfeldern – denn das CBC PlasmaEgg® lässt sich eigentlich überall zielführend einsetzen, wo ein Gegenstand von einem Menschen zum anderen weitergereicht wird und zuvor mit möglichst wenig Aufwand desinfiziert werden sollte. 

Wirtschaftsforum: Werden auch Ihre Venenstauer und Stillhilfen beständig weiterentwickelt?

Caroline Ihle: Natürlich! Inzwischen werden unsere Venenstauer aus hochtemperaturfestem Kunststoff hergestellt, damit sie noch schneller und einfacher desinifiziert werden können. Gleichzeitig sind wir bestrebt, bei all unseren Produkten beständig den Komfort für die Anwenderinnen zu erhöhen. Dieser Anspruch motiviert unser gesamtes Team jeden Tag aufs Neue.

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