Das Stadion als Herzschlag der Stadt

Interview mit Stefan Blöcher, ehemaliger Geschäftsführer der Stadion Berliner Straße GmbH & Co. KG und heutiger Markenbotschafter des SV Wehen Wiesbaden

Wirtschaftsforum: Herr Blöcher, die BRITA Arena hat eine bemerkenswert schnelle Entwicklung hinter sich. Was waren die entscheidenden Meilensteine?

Stefan Blöcher: Der Start war schon außergewöhnlich. Innerhalb von nur 112 Tagen wurde ein Stadion für theoretisch über 15.000 Zuschauer errichtet, das wäre heute kaum noch machbar. Dann natürlich die sportlichen Aufstiege, die uns Sichtbarkeit gegeben haben. Und ganz wichtig: Wir haben es geschafft, die Arena von einer reinen Fußballstätte zu einem Veranstaltungsort zu entwickeln. Das war ein echter Wendepunkt.

Wirtschaftsforum: Was bedeutet das konkret für Ihr Geschäftsmodell?

Stefan Blöcher: Fußball ist die Basis mit rund 19 Heimspielen pro Saison. Aber die wirtschaftliche Stärke entsteht durch die Kombination: Konzerte, Corporate Events, Jubiläen. Wir dürfen bis zu zehn Großveranstaltungen im Jahr durchführen, und ab etwa fünf lohnt sich das wirtschaftlich wirklich. Diese Mischung macht uns flexibel.

Wirtschaftsforum: Was unterscheidet Ihre Arena von anderen Standorten?

Stefan Blöcher: Ganz klar: die Lage. Sie sind in wenigen Minuten vom Hauptbahnhof hier, in unter zwanzig Minuten am Flughafen. Und dann diese Nähe zum Spielfeld und zur Bühne. Die Zuschauer sind mittendrin. Das spüren auch die Künstler. Viele sagen uns: Diese Atmosphäre ist besonders, fast familiär.

Wirtschaftsforum: Sie sprechen oft von Emotionen. Ist das der Kern Ihres Erfolgs?

Stefan Blöcher: Absolut. Wir verkaufen keine Tickets, wir schaffen Erlebnisse. Ob Fußball oder Konzert: Die Menschen sollen mit einem Lächeln nach Hause gehen. Gerade in schwierigen Zeiten ist das wichtig. Während Corona haben wir mit dem „Strandkorb Open Air“ gezeigt, dass man auch unter Einschränkungen besondere Momente schaffen kann.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt die Arena für die Stadt Wiesbaden?

Stefan Blöcher: Eine große. Die wirtschaftlichen Effekte gehen in die Millionen. Besucher übernachten, gehen essen, kaufen ein. Gleichzeitig haben wir enorme mediale Reichweite durch Spiele und Events. Das ist Stadtmarketing, ohne dass die Stadt selbst aktiv werden muss.

Wirtschaftsforum: Sie selbst kommen aus dem Leistungssport und haben international gearbeitet. Was hat Sie zurück nach Wiesbaden geführt?

Stefan Blöcher: Die Wurzeln. Ich war viele Jahre weltweit unterwegs, im Golfbereich tätig. Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem man zurück will. Hier bin ich aufgewachsen. Das hat eine andere Bedeutung. Und Sport war immer mein Leben – nur das Spielfeld hat sich verändert.

Wirtschaftsforum: Was treibt Sie im Alltag an?

Stefan Blöcher: Ich sage immer: Ich bin hier eigentlich auch Hausmeister. Ich schaue, dass alles funktioniert, dass alles sauber ist, dass die Leute sich wohlfühlen. Und dann dieser Moment nach einem Event, wenn die Leute zufrieden rausgehen. Das ist mein Antrieb.

Wirtschaftsforum: Und der Blick nach vorn?

Stefan Blöcher: Natürlich wünschen wir uns sportlich den Aufstieg. Aber unabhängig davon wollen wir die Arena weiter als starken Mix aus Sport, Kultur und Wirtschaft positionieren. Mein Traum ist simpel: volle Ränge, gute Stimmung und glückliche Menschen. Denn am Ende zählt genau das.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern
Architektur, Technik und Sonnenschutz im Einklang

Interview mit Kurt Faltenbacher, Geschäftsführer der Faltenbacher Jalousienbau GmbH & Co. KG

Architektur, Technik und Sonnenschutz im Einklang

Steigende Temperaturen und hohe Anforderungen an die Energieeffizienz machen Sonnenschutz heute wichtiger denn je. Die Faltenbacher Jalousienbau GmbH & Co. KG steht für individuelle Sonnenschutzlösungen – von Raffstores und Markisen…

Mit Fleiß und Einsatz zum Franchise-Erfolg!

Interview mit Thomas Wilde, Geschäftsführer der Call a Pizza Franchise GmbH

Mit Fleiß und Einsatz zum Franchise-Erfolg!

Call a Pizza hat als Pizzalieferdienst Pionierarbeit im deutschen Takeaway-Markt geleistet. Heute setzt das Unternehmen auf ein starkes Franchisesystem, wobei den einzelnen Franchisenehmern viele Freiheiten bleiben – auch wenn Geschäftsführer…

Das Banking der Zukunft gestalten

Interview mit Almir Marghella, Geschäftsführer DIGITERRA, powered by Crealogix

Das Banking der Zukunft gestalten

Die Bankenwelt steht unter enormem Veränderungsdruck. Neue digitale Anbieter, steigende regulatorische Anforderungen und der rasante Fortschritt im Bereich künstliche Intelligenz verändern die Erwartungen der Kunden grundlegend. Die Schweizer CREALOGIX AG…

Wenn Sicherheit im Detail steckt

Interview mit Clas Schmitz, Geschäftsführer der Pfaudler interseal GmbH

Wenn Sicherheit im Detail steckt

Wo in der Industrie hochsensible Prozesse ablaufen, entscheidet oft ein unscheinbares Bauteil über Qualität, Sicherheit und Effizienz: die Dichtung. Die Pfaudler interseal GmbH mit Sitz in Hofheim-Wallau zählt hier zu…

„Wir müssen einfacher  bauen!“

Interview mit Matthias Burda, Geschäftsführer der Burda Plus GmbH

„Wir müssen einfacher bauen!“

Seit über 30 Jahren versorgt der Architekt, Wirtschaftsingenieur und Immobiliensachverständige Matthias Burda mit seinem Unternehmen Burda Plus die Top-Player im professionellen deutschen Real Estate-Segment mit fachkundigen Gutachten und umfassenden Projektsteuerungsleistungen,…

Führungslücke im Mittelstand: Was jetzt zählt

Interview mit Sebastian Reckers, Geschäftsführer der Reckers & Griesbach GmbH

Führungslücke im Mittelstand: Was jetzt zählt

Nachfolgeprozesse sind selten rein organisatorische Routinen. Sie berühren Identität, Kontrolle und die Zukunft eines Unternehmens. Für Sebastian Reckers, Geschäftsführer der Reckers & Griesbach GmbH aus Eschborn, steht fest: „Eine Nachfolge…

Andreas Rettig: Einem guten Manager muss man nicht sagen, wann er Haltung zu bewahren hat

Interview mit Andreas Rettig, kaufmännischer Geschäftsleiter des FC St. Pauli

Andreas Rettig: Einem guten Manager muss man nicht sagen, wann er Haltung zu bewahren hat

Was macht einen Fußballmanager heutzutage aus? Eine klare Antwort darauf hat Andreas Rettig, kaufmännischer Geschäftsleiter des FC St.Pauli, im zweiten Teil unseres Interviews parat.…

Der FC Bayern München macht nichts, nur um den anderen zu folgen

Interview mit Karl-Heinz Rummenigge

Der FC Bayern München macht nichts, nur um den anderen zu folgen

Der FC Bayern München ist längst mehr als nur ein Fußballverein. Schon lange haben sich die Münchener ein sehr gutes Image von internationalem Format erarbeitet. Warum ein Vergleich zu Google…

Totenkopf trifft Zeitgeist: Die eindrucksvolle Verwandlung von FC St. Pauli Merchandising

Interview mit Alexander Timm, dem Operativen Leiter Merchandising der FC St. Pauli Merchandising GmbH & Co. Kg

Totenkopf trifft Zeitgeist: Die eindrucksvolle Verwandlung von FC St. Pauli Merchandising

Die FC St. Pauli Merchandising GmbH & Co. Kg erlebt gerade die erfolgreichste Phase ihrer Geschichte. Erfahren Sie im Interview, wie das Unternehmen Markenrechte zurückgewonnen hat, Nachhaltigkeit fördert und den…

TOP