160 Jahre textile Exzellenz aus Italien

Interview mit Ercole Botto Poala, Geschäftsführer der Successori Reda S.p.A.

„Unser Unternehmen hat zwei Weltkriege, diverse Wirtschaftskrisen, Pandemien und eine verheerende Überschwemmung überstanden – das geht nur mit Anpassungsfähigkeit und innerer Stärke“, sagt Ercole Botto Poala. Successori Reda wurde 1865 im Piemont gegründet – in jener Region, die als Wiege der italienischen Industrie gilt. Der nachhaltige Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe 1968 und der Bau eines neuen, modernen Werks 1996 zählen ebenso zu den Meilensteinen wie der Erwerb der ersten eigenen Farm in Neuseeland in den 1990er-Jahren. Diese strategische Entscheidung markierte den Einstieg in die vertikale Integration der Lieferkette – vom Schaf bis zum fertigen Stoff. Heute produziert das Unternehmen edle Gewebe aus reiner Wolle sowie Wollmischungen mit Kaschmir, Seide oder Leinen – vor allem für hochwertige Herrenmode. Der Exportanteil liegt bei über 80%, wobei Deutschland, die USA und China zu den wichtigsten Märkten zählen.

Nachhaltigkeit mit Substanz statt Ideologie

„Wir sprechen seit über 20 Jahren über Nachhaltigkeit – lange bevor es Mainstream wurde“, betont Ercole Botto Poala. Bereits 2004 ließ sich das Unternehmen als eines der ersten in der Branche extern zertifizieren. Heute zählt Successori Reda zu den Pionieren im Bereich ökologischer Textilproduktion. Dennoch sieht der CEO die aktuelle Regulierungspolitik der EU kritisch: „Es wird zu wenig zwischen Naturfasern und synthetischen Materialien differenziert. Das zeugt von Unwissen – mit potenziell fatalen Folgen für europäische Hersteller.“ Für ihn ist klar: Nachhaltigkeit darf nicht auf Ideologie basieren, sondern muss realistisch und wirtschaftlich tragfähig gestaltet sein. „Wenn neue Regeln europäische Unternehmen aus dem Markt drängen, während Produkte aus Asien weiterhin zu Dumpingpreisen importiert werden dürfen, führt das nicht zu mehr Nachhaltigkeit, sondern zu Deindustrialisierung.“ 

Kundenbedürfnisse im Wandel

Neben Nachhaltigkeit stellt sich Successori Reda einem weiteren Megatrend: der zunehmenden Personalisierung von Produkten. „Früher sagten Marken, was Kunden kaufen sollten. Heute entscheiden Konsumenten selbst – und wollen ihre Produkte zunehmend individuell gestalten“, erklärt Ercole Botto Poala. Die Herausforderung bestehe darin, diese Personalisierungswünsche effizient zu industrialisieren und in Serie zu bringen. Hierbei setzt Successori Reda auf die Kombination aus technologischer Innovation und handwerklicher Tradition – etwa durch Made-to-Measure-Angebote, die online konfiguriert werden können. Trotz der He­rausforderungen der vergangenen Jahre – von der Pandemie über explodierende Energiepreise bis hin zu geopolitischer Unsicherheit – zeigt sich der CEO optimistisch: „Wir erleben gerade keine Krise, sondern eine Transformation. Wer flexibel bleibt, klug investiert und seine Werte kennt, wird auch künftig bestehen.“ 

Successori Reda S.p.A.
Via Robiolio 25
13825 Valle Mosso
Italien
Tel.: +39 0157049 111
info@reda.it
www.reda1865.com

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