Alles Andere ist nur Fassade!

Interview mit Thomas Mayr, Geschäftsführender Gesellschafter der mglass gmbh

Geschäftsführer Thomas Mayr ist eigentlich Maschinenbauer. Schon früh hat es ihn aber in den Glasbau verschlagen. So war er zunächst 17 Jahre als Angestellter tätig. Anschließend wurde er Sachverständiger bei Gericht. Dann machte er sich als Einzelunternehmer selbstständig und bekam immer größere Aufträge. Gemeinsam mit einem Kollegen hat er 2006 entschieden, ein Unternehmen im Bereich Fassadenbau zu gründen. 2007 gründete er mglass als alleiniger Gesellschafter in Altenberg bei Linz.

Zunächst konzentrierte er sich auf die Errichtung von Glasfassaden und -dächern im Objektbau. mglass entwickelte eine eigene Pfosten-Riegel-Systemkonstruktion (PRS). „Wir sind damals als erstes Unternehmen in Europa mit einem Fassadensystem mit einer Ansichtsbreite von 40 mm aus Aluminium auf den Markt gegangen“, erzählt Thomas Mayr.

Glas für Luxusvillen

Bereits im Februar 2007 stand der erste Auftrag über 300.000 EUR ins Haus; im zweiten Jahr kam das junge Unternehmen schon auf ein Auftragsvolumen von vier Millionen EUR. 2009 sollte mglass weiter wachsen. „Aufgrund der Wirtschaftskrise und der Insolvenz eines Kunden sind unsere Wachstumspläne aber nicht aufgegangen“, berichtet Thomas Mayr. Dennoch zog er mit seinem Unternehmen, das mittlerweile rund 30 Mitarbeiter beschäftigte, um nach Steyregg, wo er 2010 in einer kleinen Werkstatt begann, die Pfosten-Riegel-Systeme selbst zu fertigen.

„Damit bekam das Geschäft noch einmal eine andere Dynamik. Das Unternehmen hat von da an gut verdient“, so Thomas Mayr. mglass fasste fortan auch private Wohnhäuser ins Auge und stattete Luxusvillen mit raumhohen Glaselementen aus. Später konzentrierte sich das Unternehmen wieder auf seine Kernkompetenz und baute Glasfassaden mit dem Pfosten-Riegel-System für Gewerbebauten, vor allem für Bürohäuser.

Von A bis Z die beste Lösung

Seit 2017 wird Thomas Mayr von Mario Göpfert als zweiten geschäftsführenden Gesellschafter unterstützt. Das Unternehmen, das heute 150 Mitarbeiter beschäftigt, besteht aus fünf Projektgruppen und betreibt in Österreich vier Niederlassungen. „Innerhalb von 14 Jahren konnten wir unseren Umsatz von null auf 40 Millionen EUR steigern“, so Thomas Mayr. 75% seines Geschäfts macht mglass in Österreich, den Rest im süddeutschen Raum.

Vor Kurzem wurde das 15-jährige Bestehen des Unternehmensgefeiert, zusammen mit der Einweihung des 2019 bezogenen neuen Bürogebäudes und der 2020 fertiggestellten Produktionshalle. mglass fokussiert sich heute auf Pfosten-Riegel-Fassaden für Bürohäuser.

„Wir bauen auch filigrane Tragwerke mit einer Ansichtsbreite von 40 mm, aber das wird im Markt nicht so gut angenommen“, erzählt der Geschäftsführer. Er erklärt, was die Marke mglass besonders auszeichnet: „Wir sind eine Kombination aus kleinem Systemhaus, Fassadenplaner und Metallbauer. Unser eigenes PRS ist ein Alleinstellungsmerkmal. Vom ersten Kundenkontakt bis zur letzten Leiste liefern wir die beste Lösung und unterbreiten dem Kunden entsprechende Vorschläge. Bei uns zählt noch die Handschlagmentalität. Der Kunde bekommt genau das, was im Angebot festgelegt wurde.“

Im Verdrängungsmarkt bestehen

Im Unternehmen hat das Miteinander am Bau einen großen Stellenwert. „Unser Betriebsklima ist schon besonders. Der Mitarbeiter steht im Mittelpunkt. Das zeigt sich in vielen Kleinigkeiten – zum Beispiel darin, dass ich für meine Mitarbeiter Kaffee koche“, sagt Thomas Mayr.

Für die Zukunft rechnet er nicht mit einem anhaltenden Aufwärtstrend in der Baubranche. „Es kann sein, dass das Bauvolumen um 20 oder 30% sinkt. Dann entsteht ein Verdrängungsmarkt und es wird teuer für uns. Ich sage aber immer: Die Besten gehen zum Schluss. Wir haben uns einen Namen als verlässlicher Partner gemacht und wollen weiterhin mit unseren Werten überzeugen.“ Weiteres Wachstum ist nicht sein Ziel.

Seine Vision für 2026: „Die Marke mglass soll weiter etabliert werden. Dabei ist jeder Mitarbeiter wichtig und gleich viel Wert. Der Umweltschutz wird außerdem eine große Rolle spielen.“

mglass gmbh
Gewerbeallee 15a
4221 Steyregg
Österreich
+43 732 6418340
+43 732 64183420
mglass@mglass.at
www.mglass.at

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Aktuellste news

Vom 3D-Scan zum intelligenten Digitalen Zwilling durch Semantic AI

Vom 3D-Scan zum intelligenten Digitalen Zwilling durch Semantic AI

Fotorealistische 3D-Scans entwickeln sich durch die automatische Erkennung, Klassifizierung und räumliche Interpretation von Objekten – in der Fachsprache als Semantic AI bezeichnet – von reinen visuellen Rekonstruktionen zu intelligenten digitalen…

KI im Ruhrgebiet: Wie Bochumer Unternehmen von Automatisierung profitieren

KI im Ruhrgebiet: Wie Bochumer Unternehmen von Automatisierung profitieren

Das Ruhrgebiet erfindet sich neu. Nach Jahrzehnten des strukturellen Wandels von Kohle und Stahl hin zu Dienstleistung und Technologie positioniert sich die Region zunehmend als Standort für digitale Innovationen. Besonders…

Wie Künstliche Intelligenz Digitale Zwillinge deutlich günstiger macht

Wie Künstliche Intelligenz Digitale Zwillinge deutlich günstiger macht

Digitale Zwillinge waren bislang oft mit hohem Aufwand für 3D-Scans, Nachbearbeitung und Modellierung verbunden. Moderne KI kann unvollständige Scandaten ergänzen, Geometrien rekonstruieren und digitale Modelle schneller nutzbar machen. Dadurch sinken…

Aktuellste Interviews

Vision trifft Automation

Interview mit Roland Jenning, Geschäftsführer der inos Automationssoftware GmbH

Vision trifft Automation

In der industriellen Automatisierung steigen die Anforderungen an Effizienz, Präzision und Qualität kontinuierlich. Produkte müssen nicht nur schnell, sondern auch fehlerfrei und reproduzierbar gefertigt werden. Vor diesem Hintergrund gewinnen innovative…

Das Banking der Zukunft gestalten

Interview mit Almir Marghella, Geschäftsführer DIGITERRA, powered by Crealogix

Das Banking der Zukunft gestalten

Die Bankenwelt steht unter enormem Veränderungsdruck. Neue digitale Anbieter, steigende regulatorische Anforderungen und der rasante Fortschritt im Bereich künstliche Intelligenz verändern die Erwartungen der Kunden grundlegend. Die Schweizer CREALOGIX AG…

Mit Fleiß und Einsatz zum Franchise-Erfolg!

Interview mit Thomas Wilde, Geschäftsführer der Call a Pizza Franchise GmbH

Mit Fleiß und Einsatz zum Franchise-Erfolg!

Call a Pizza hat als Pizzalieferdienst Pionierarbeit im deutschen Takeaway-Markt geleistet. Heute setzt das Unternehmen auf ein starkes Franchisesystem, wobei den einzelnen Franchisenehmern viele Freiheiten bleiben – auch wenn Geschäftsführer…

TOP